2. Februar: Chandeleur in Frankreich - aus Crêpes mach’ Geld





Heute werden in Frankreich Crêpes gebacken. Nun ja, nicht nur heute, aber heute eben noch mehr als sonst! Denn dieser Tag ist bei unseren Nachbarn ein richtiger Feiertag – wenn auch kein arbeitsfreier. Die Chandeleur, deren Name auf die festa candelarum, das römische Kerzenfest, zurückgeht, und die kalendarisch mit dem katholischen Mariä Lichtmess übereinstimmt, ist mit einem alten Brauch der Getreidebauern verbunden: Hielt man am 2. Februar in einer Hand einen Louis d'or, während man mit der anderen durch eine geschickte Handgelenkbewegung die Crêpe dazu brachte, sich in der Luft zu drehen und perfekt wieder in die Pfanne zurückzufallen, war die Ernte für das Jahr gesichert – so der Aberglaube. Inzwischen haben erst Franc und später Euro den Louis d'or abgelöst, doch die Hoffnung auf genug Geld für ein ganzes Jahr, so dass man nicht Hunger leiden muss, ist geblieben. Wir wünschen unseren französischen Nachbarn gutes Gelingen … und guten Appetit. Unseren Lesern schenken wir das Rezept für einen perfekten Crêpe-Teig und einige Anregungen, um Crêpes noch ein wenig mehr zu genießen. Wie wäre es mit einem ganzen Menu aus Crêpes?






Crêpes-Teig Grundrezept Zubereitung 15 Minuten

Ruhezeit mind. 2 Stunden



Zutaten:

Für 20 bis 24 Crêpes (24 cm) 3 mittelgroße bis große Eier

200 g Mehl

50 g Speisestärke

3/8 l Milch

1/8 l Wasser

3 EL Öl

1 Prise Salz + 1 EL eiskaltes Wasser


Zubereitung:

Mehl und Speisestärke mischen. Eine kleine Vertiefung bilden, darin das Salz mit dem eiskalten Wasser auflösen.

Eier hinzufügen. Mit dem Schneebesen oder dem Handrührgerät die Eier mit dem Mehl verrühren, dabei von Anfang an das Milch-Wasser-Gemisch langsam hinzugeben. So lange weiterrühren, bis der Teig vollkommen glatt und klümpchenfrei ist.

Das Öl hinzufügen, das Gemisch nun kräftig schlagen. Den Teig mindestens 2 Stunden (am besten länger) zugedeckt ruhen lassen.


Vorbereitung:

Crêpes schmecken besser und sehen authentischer aus, wenn sie nicht fettfrei gebacken werden. Um die Crêpes warm zu halten, einen Topf zur Hälfte mit kochendem Wasser füllen, das Wasser bei kleinster Hitze auf gleichmäßiger Temperatur halten und den Topf mit einem Teller abdecken, auf den die fertigen Crêpes gelegt werden. Mit einem Tuch bedecken, damit sie nicht während der Backzeit austrocknen. Vor dem Backen den Crêpes-Teig noch einmal lange kräftig und sehr gründlich schlagen. Backen Eine flache Pfanne erhitzen (mittlere bis hohe Hitze) und mit Butter oder Öl bestreichen. Mit einer Suppenkelle etwas Teig in die Pfanne geben und durch Drehbewegungen der Pfanne zu einer sehr dünnen Schicht verteilen. Wenn der Teig sich durch sanfte Bewegung der Pfanne bewegen lässt (je nach Pfanne und Herd nach etwa 1 Minute), ist die Unterseite gebacken. Wenden und die andere Seite entsprechend die gleiche Zeit weiterbacken. Den Vorgang wiederholen. Dabei ab und zu zwischendurch den Teig wieder durchschlagen.




Unser Crêpes-Menu

Vorspeise Aumônières aux Saint-Jacques –

Crêpes-Säckchen mit Jakobsmuscheln


Zutaten :

für 8 Personen

8 Crêpes (Crêpes wie im Grundrezept angegeben zubereiten)

1 TL Zitronensaft

24 Jakobsmuscheln

20 g Butter

Salz und Pfeffer

Schnittlauch




Zubereitung

Die Jakobsmuscheln salzen und pfeffern. In einer Pfanne die Butter erhitzen und die Jakobsmuscheln etwa 90 Sekunden braten, wenden und weitere 90 Sekunden braten.

Mit dem Zitronensaft beträufeln. Die Jakobsmuscheln in die Mitte der Crêpes verteilen und jeden Crêpe mit Schnittlauch zu einem runden Säckchen verschließen.

Im Ofen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 80° warm halten.





Übrigens: „Aumônière“ bezeichnet ursprünglich den runden Almosenbeutel, der im Mittelalter von Rittern und Mönchen am Gürtel getragen wurde. Später übertrug sich der Begriff im Kloster- und Kirchenwesen auf die Person des Almoseniers und des Kaplans.





Hauptgericht Crêpes fourrées gratinées –

Überbackene gefüllte Crêpes-Rollen


Zutaten :

für 8 Personen

16 Crêpes (Crêpes wie im Grundrezept angegeben zubereiten)

250 frische Champignons

10 g Butter

100 g gekochten Schinken

200 g französischen Emmentaler, gerieben

50 g Butter

1 EL Speisestärke

200 ml Milch

Muskatnuss


Die Champignons in Butter anbraten und in einem Sieb abtropfen lassen.

Den gekochten Schinken sehr klein würfeln.

Milch und Speisestärke verrühren.

In einem Topf die Butter schmelzen und das Milch-Speisestärke-Gemisch hinzugeben. Bei mittlerer bis kleiner Hitze etwa 2 Minuten kochen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist. Mit Muskatnuss würzen. Da Schinken und Emmentaler ausreichend Salz enthalten, ist es nicht nötig, die Zubereitung zusätzlich zu salzen. Vom Herd nehmen, die abgetropften Champignons, den klein gewürfelten Schinken und

100 g Emmentaler hinzugeben und zu einer Masse verrühren.

Die Masse auf die Crêpes verteilen und diese jeweils zusammenklappen und so zu einer länglichen Tasche formen. Die Crêpe-Rollen in eine feuerfeste Form legen und mit dem restlichen Emmentaler bestreuen. Im Ofen bei 200° überbacken, bis die gewünschte Farbe erreicht ist.

Nachtisch Crêpes Suzette


Zutaten :

für 8 Personen

24 Crêpes (Crêpes wie im Grundrezept angegeben zubereiten)

Saft von 4 Orangen

160 ml Orangenlikör (z.B. Grand Marnier oder Cointreau)

8 EL Zucker


In einer Pfanne Orangensaft und Zucker bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren leicht karamellisieren lassen. Die Crêpes einzeln durch diesen Sirup ziehen. Jeden Crêpes anschließend sofort zusammenrollen oder zweimal falten und in eine feuerfeste Pfanne legen. Orangenlikör kurz vor dem Servieren leicht erhitzen und auf die Crêpes gießen. Flambieren. Nach Wunsch mit Orangenschale dekorieren.








Übrigens: Warum dieser leckere Nachtisch den so urtypischen französischen Namen „Suzette“ trägt, ist nicht ganz geklärt. Reizend sind diese Geschichten auf jeden Fall.


In unserer Lebensart-Übersetzungsboutique geht es um die schönen und wertvollen Dinge des Lebens. Um das, was unsere französischen Nachbarn als Art de Vivre bezeichnen. Unser Ziel ist es, mit unseren Übersetzungen die Botschaft, die Klangfarbe, die Bilder und Assoziationen feinfühlig und stimmig, klar und authentisch in die Zielsprache zu übertragen.

Unser Lebensart-Magazin möchte Sie einladen, sich ein bisschen treiben zu lassen, auf einer Reise durch die Länder, die Kulturen und Sprachen. Genießen Sie die Auszeit, entdecken Sie Schönes und Unbekanntes, immer mit dem Blick über die Sprachgrenzen hinaus.