Kulinarische Spezialitäten


Der lange Weg zum internationalen Erfolg




Ob Marillenkonfitüre aus Österreich, Miso aus Japan, Maroni aus Italien, Galettes aus der Bretagne – jedes Land, jede Region, fast jede Ortschaft überall auf der Welt kann bestimmte Gerichte oder besondere Gaumenfreuden nennen, mit denen sie ihre Identität verbinden. Manche dieser Rezepte sind sogar als immaterielles Kulturerbe der UNESCO gelistet, und die entsprechenden Produkte finden nicht nur lokal, sondern auch als Urlaubsmitbringsel und Geschenk aus der Ferne Absatz. Interessanterweise waren Erfolg und weltweites Renommee dieser Spezialitäten oft alles andere als vorgezeichnet, und ihre Geschichte verlief mitunter recht holperig.


Aus „ups!“ wurde „lecker!“

Manche Köstlichkeiten können schlichtweg das geniale Ergebnis groben menschlichen Versagens sein. So will es zumindest in vielen Fällen die Legende(n).

Um die Ungeschicklichkeit etwa, durch die das französische Pfefferminzbonbon Bêtises de Cambrai – also wörtlich „Dummheit aus Cambrai“ – entstand, ranken sich gleich zwei Erzählungen. Ob Émile Afchain in seiner Zeit als Lehrling in der Karamellmanufaktur seiner Eltern tatsächlich aus Versehen Pfefferminzsirup in die Zuckermasse fallen ließ oder Jules Despinoy im konkurrierenden Unternehmen seiner Familie ein Dosierungs- und Mischfehler unterlief, belebt die Diskussionen in der kleinen Gemeinde im Norden Frankreichs heute noch.

Auch das italienische Weihnachtsgebäck Panettone soll einem Backunglück zu verdanken sein.

Ebenso ist die allseits beliebte Schweizer Schokolade nur deshalb so cremig, weil ein überarbeiteter Chocolatier eines Abends vergaß, das von ihm erfundene Mischwerk auszuschalten, das die Kakao-Masse ohne Unterbrechung 72 Stunden lang bearbeitete. Eine bekannte Schokoladenmarke wirbt heute noch bewusst mit dieser Fehlleistung. Die Liste ließe sich sehr lange fortsetzen, und selbst Prousts berühmte Madeleine wäre ohne einen zur Unzeit ausgebrochenen Streit wohl nie erfunden worden.


Aus Not und Notwendigkeit geboren

Neben solchen glücklichen Zufällen hätten viele anderen Spezialitäten der internationalen Küche niemals das Licht der Welt erblickt, wenn die Umstände es nicht erfordert hätten. So werden in den erlesensten italienischen Restaurants heute vielfältige Variationen der Panzanella serviert, eines Brot-Salats, der wie viele andere Rezepte, die über die Grenzen Italiens hinweg als landestypisch geschätzt werden, ursprünglich aus der cucina povera, der Küche der Armen stammt. Ähnliches gilt auch für die bretonischen Buchweizen-Crêpes Galettes und für viele Leckereien in allen Ländern.


Neben der finanziellen Not sind berühmte Produkte und Gerichte ursprünglich auch auf die Notwendigkeit zurückzuführen, Lebensmittel haltbar zu machen und Vorräte für lange kalte Winter anzulegen oder Produktionsüberschüsse zu verarbeiten. Dies gilt zum Beispiel für die japanische Würzpaste Miso, aber auch für so berühmte regionale Spezialitäten wie Cassoulet, Foie Gras und Confit im Südwesten Frankreichs oder kandierte Zitrusfrüchte im Norden Italiens.


Über alle Grenzen hinweg

War der Weg zum kommerziellen Erfolg und zur internationalen Anerkennung zuweilen unerwartet, so ist die Bedeutung dieser Produkte und Rezepte zwischenmenschlich und wirtschaftlich von unschätzbarem Wert. Sie sind nicht nur eine feste und erhebliche Größe in der Handelsbilanz eines jeden Landes, sie tragen auch zu Völkerverständigung und Toleranz bei. Sie entführen uns zu neuen Horizonten – auch dann, wenn das Reisen nicht möglich ist. Sie erzählen uns von fremden Gebräuchen, Gewohnheiten und Vorlieben. Sie erziehen uns dazu, auf Andere und Neues neugierig und offen zuzugehen.


Kulinarische Spezialitäten haben nicht immer eine glamouröse Vergangenheit. Allerdings sind sie mehr als Folklore und Urlaubsmitbringsel. Sie sind ein wichtiges Stück Lebensqualität. Sie sind Geschichte, bringen Kulturen wortwörtlich an einen Tisch, eröffnen den Dialog mit dem Fernen, Andersartigen, Unerwarteten und manchmal Unverständlichen. Sie vermitteln zwischen Menschen und helfen ihnen, einander besser kennenzulernen und zu verstehen. Genauso, wie Übersetzungen es tun.



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