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Veganuary – Mehr als ein guter Vorsatz

Aktualisiert: vor 12 Minuten

Über eine zeitgemäße Form des Neubeginns


Blumenkohl, Kohlrabi, Radieschen, Zucchini, Rhabarber und Salat auf einem Holztisch


Unser Jahr ist nicht nur durch Jahreszeiten und Feiertage gegliedert, sondern auch durch kleine Fixpunkte, die wir uns selbst setzen. In den letzten Jahren haben sich neue Gewohnheiten und saisonale Kampagnen dazu gesellt. Sei es der Monat der männlichen Gesundheit mit seiner humorvollen Schnurrbart-Challenge, der Single-Day mit seinen Sonderangeboten, Halloween, Black Friday, Valentinstag oder der Pride Month: Sie alle stehen für eine neue Art, den Kalender zu betrachten. Natürlich spielt Kommerz dabei ohne Zweifel eine große Rolle. Aber dieser internationale Trend zeugt zum einen von den kulturellen Einflüssen der Globalisierung und der weltumspannenden Netzwerke, zum anderen von dem Bedürfnis, unseren Alltag einfallsreicher zu strukturieren und der eigenen Biographie neue Akzente zu verleihen.


Veganuary: wie ein alter Gedanke zeitgemäß wird


Der Januar gilt traditionell als Monat der hoffnungsvollen Vorhaben, insbesondere in Bezug auf die Gesundheit. Jedoch beschränken sie sich in unseren modernen Lifestyles nicht mehr einfach auf die etwas angestaubten und zunehmend unglaubwürdigen Floskeln „abnehmen wollen“, „mehr Sport treiben“ oder „mit dem Rauchen aufhören“. Viel mehr haben sich diese Vorsätze gewandelt und geben die Antwort auf gleich mehrere Fragen unserer Zeit.


Der Veganuary steht exemplarisch für diese Verschiebung – verbindet er doch das Vorhaben, sich gesünder und bewusster zu ernähren, sich zumindest für einen Monat lang für eine pflanzenbasierte Ernährung zu entscheiden, mit dem Willen zu einer klimaneutraleren und umweltgerechteren Lebensweise, in der Tierschutz und Natur nicht minder wichtig als die persönlichen Ziele sind. Gesundheit wird ebenso mitgedacht wie Umwelt, Klima und der verantwortungsvolle Umgang mit Tieren.

Gerade diese zusätzlichen Aspekte verleihen den „guten Vorsätzen“ eine ganz neue gesellschaftliche Dimension: Die Ich-Bezogenheit des gesundheitlichen Nutzens ist nunmehr unzertrennlich mit dem Wohl anderer verknüpft, mit selbstloser Rücksichtnahme und allgemeinem Verantwortungsgefühl. Es wird nicht mehr nur aus Eitelkeit und Vernunft ein mitunter frustrierender Verzicht zähneknirschend in Kauf genommen, sondern eine bewusste und resolute Entscheidung getroffen, die mit Lebensfreude gefeiert wird und so andere zur Nachahmung zu animieren wünscht.


Das neue Gesicht eines Ernährungstrends

Dass pflanzenbasierte Ernährung keine Selbstkasteiung sein muss, sondern ein genussvoller Weg sein kann und darf, zeigen eine Fülle von Auftritten in den Social Media. Influencerinnen – der Veganuary ist ein eher weiblich geprägter Trend – erreichen aber nicht nur die jüngeren, zu solchen Themen bereits sensibilisierten Generationen. Sie wenden sich parallel auch mit zahlreichen Publikationen auf Papier, sorgfältig gestalteten Kochbüchern bewusst denjenigen zu, die die traditionelle Esskultur schätzen. Sie schlagen eine Brücke zwischen Vertrautem und Neuem und zeigen, dass vegetarische Küche nicht im Widerspruch zu Tradition stehen muss, sondern aus ihr heraus gedacht werden kann.


 

Veganuary – mit eurolanguage eine Erfolgsgeschichte


In den letzten Jahren hatten wir bei eurolanguage, die Gelegenheit, sechs Kochbuch-Autorinnen zu entdecken, die sich mit dem Thema beschäftigen, und die große Freude, für den Stiebner Verlag ihre Bücher für den deutschsprachigen Raum aus dem Französischen ind Deutsche zu übersetzen.

Allen gemein ist der Wille, vegane Küche zugänglich und einfach zu vermitteln, ohne dabei mit alten Wegen zu brechen: Marie Kacouchia, deren Buch uns in verschiedene Regionen Afrikas entführt, Alie Suvélor, die uns auf eine Rundreise durch die karibischen Küchen begleitet, Ikrame el Bouayadi, die den Zauber des Orients und die Vielfalt seiner religiös bedingten Essensgebote in die vegane Welt überträgt …  haben alle den Wunsch, die Rezepte, die von ihren Mütter oder Großmüttern stammen und die kulinarischen Kulturen ihres jeweiligen Kontinents widerspiegeln, in die heutige Zeit zu überführen, sie respektvoll, zeitgemäß und spielerisch in ihrer veganen Version vorzustellen. Die ohnehin stark vegetarisch orientierte japanische Küche durften wir dank Julia Boucachard in einer neuartigen Adaptierung erleben. Wie behutsam und versöhnlich vegane Küche Gestern und Heute, tiefverankerte Traditionen und Innovation, Erinnerung und Modernität verbinden kann, zeigte uns nicht zuletzt Aude Richards Interpretation der typisch französischen Küche ihrer Kindheit.

Diese Bücher verstehen vegane Küche nicht als Gegenentwurf zur Tradition, sondern als deren Weiterführung. Sie verbinden Erinnerung und Gegenwart, Herkunft und Offenheit, und zeigen, wie sich kulinarisches Erbe in eine moderne Lebensart überführen lässt.

 

Die vergangenen Jahre haben es gezeigt: Der Veganuary ist kein kurzlebiger Trend, der schnell von anderen abgelöst werden wird. Er ist gekommen, um zu bleiben, und hat mit seiner resoluten Fröhlichkeit und der Vielfalt seiner Ansätze unsere Art, die etwas in die Jahre gekommenen und oft nur noch belächelten „guten Vorsätze“ zu betrachten, erfrischend revolutioniert – „revisited“ wäre hier der richtige Begriff, der auch für die in unserer Lebensart-Boutique übersetzten Rezepte gilt. Er verkörpert deshalb so gut einen Neuanfang, wie wir ihn uns alle zu Beginn eines neuen Jahres wünschen, weil er in sich Zukunftsfähigkeit, Unternehmungslust und Vernunft zu einer von Hoffnung und Freude getragenen Lebensart zu vereinen versteht.




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